Ist es „Suchtverhalten“, wenn…

man nach 12 Tagen der „Maschinen-Ruhe“ dem Nähen voll und ganz verfallen ist? Ich weiß nicht recht, denn im Urlaub (am Meer) habe ich die Näherei nicht wirklich vermisst. Gut vielleicht habe ich mal kurz darüber nachgedacht, ob es auf Rügen einen schönen Stoffladen gäben könnte … oder wenigstens in Stralsund…? Aber so richtig recherchiert danach, habe ich nicht.
(Dabei fällt mir ein, dass ich im Vorfeld meine Maschine wirklich mitnehmen wollte, wenn da nicht mein Mann das Auto packt. Er hat es auch so abgelehnt – also fügte ich mich willig.)

Jedenfalls habe ich mich dann seit Mitte letzter Woche dem Näh-Verlangen hingegeben. Stoffe gehören vernäht und nicht im Regal wochen-, monate- ja, sogar Jahrelang gelagert. Nein! Und damit ist ein „Möchtegern-Vorsatz“ angegriffen worden. Im positiven Sinne, versteht sich.

Im Stoff-Abbau-Rausch bin ich dem Schnitt „Herzkönigin mit Schalkapuze/ Kapuzenschal“ von FredvonSoho total verfallen. So ein toller Schnitt. Bequem, macht was her und lässt sich unfassbar vielseitig neu definieren.

Mein erster Streich war dieser hier:

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Verwendet habe ich dabei Sommersweat mit dem Design „Birds on a wire“ von bienvenido colorido. Dazu habe ich sattes Gelb und Petrol kombiniert, noch ein bisschen Wäschespitze und Paspelband und… FERTIG. Die Passform hat mich überzeugt, wobei diese doch etwas „weiter“ ist als die Teile, die ich in letzter Zeit so genäht habe (und hier nicht zeigte…).

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… und wenn was überzeugt, dann nähe ich es gleich nochmal. ZACK!!!:

herz-libelle-collKuscheliger Wintersweat in Petrol war hier unter der Nadel. Der Sweat selber ist noch relativ neu in meinem Bestand, aber der Motivstoff „Maribell“ – tja, das ist so ein „jahrelang-lagernd-Stoff“. Und dabei ist er so schön. Ich denke, er hat in dem Hoodie eine schöne Bleibe gefunden. Um Kontraste zu setzten habe ich mit Pink gearbeitet. Passt perfekt zusammen, wie ich meine.

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(Das Petrol wirkt hier recht grünstichig, was es „in echt“ gar nicht ist. Sorry…

Bei dem Modell habe ich die Langvariante genommen: soll heißen, dass ich den Schnitt um ca. 12cm verlängert habe. Für besten Komfort nähte ich seitlich ein paar Taschen ein, wo die Libellen erneut hervorblitzen. Ich mag das sehr.

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Und um es „komplett“ zu machen, zeige ich hier noch meine dritte Variante.
Wieder mit Wintersweat und herrlichem birch fabric Jersey (birdie spokes multi). Der Motivstoff lag noch vom vor-vor-letzten Stoffmarkt in gewissen Mengen hier. Irgendwie hatte ich noch keine richtige Idee für ihn. Er ist unglaublich weich und schön im Griff und doch wirkt er solo eher wie „Schlafanzug-Stoff“. Deshalb war ich mit ihm sehr sparsam umgegangen…

Damit der Stoff noch ein bisschen „Präsentierfläche“ bekommt habe ich noch ein paar kleine Eyecatcher aus ihm gemacht: schmaler Streifen am Ärmelbündchen, ein „Patch“ am Bund und beim Label habe ich ihn als „Grundstoff“ aufgegriffen. Ich mag diese Spielereien – sie geben dem Unikat eine zusätzliche besondere Note.

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3mal Herzkönigin … und ich und meine „Anneliese Schmidt“ mittendrin. Und wer A. Schmidt ist, könnt ihr auf den Detailfotos eventuell schon erahnen.

Ich wünsch euch was,

Peggy

Materialien:
Unistoffe von Stoff&Liebe (Pamuk Jersey + Pamuk Winter- und Sommersweat); Motivistoffe (noch) z.T. z.B. über DaWanda erhältlich
Paspeln, Schleifchen und Wäschespitze von namijda
Kunstleder-Label über https://www.dortex.de/
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Ma-ma-Ma-ma-Ma-maLoo

Der Titel unsterstützt den heutigen Beitrag akustisch, wobei man schon selbstständig „singen“ sollte. „Mama Loo“ von den Les Humphries Singers – 1973 … falls man beim Lesen nicht gleich draufkommt und/ oder wenn man es darauf anlegt, sich selbst einen Ohrwurm ins Gedächtnis zu pflanzen.

Ich zeige euch heute, jetzt und hier einen kuscheligen Longhoodie aus dem Hause Ki-ba-doo – namentlich „MALou“. Eines meiner Liebling-Schnittmuster, denn der passt, sitzt bequem und sieht dazu nahezu elegant aus. Mich begeistert ebenso die Vielseitigkeit: er kann mit und ohne „Unterteilung“ genäht werden. Das gleiche git für Taschen, wenn man möchte auch in gekürzter Form als „normaler“ Hoodie.

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Für meine Variante habe ich mich für eher „schlicht“ und „long“ entschieden. Kuscheliger Wintersweat in melierter Ausführung in Kombination mit wunderbaren Lillestoff. Das Design von enemenemeins gefällt mir wirlich sehr gut und er passt farblich perfekt dazu ohne aufdringlich zu sein. Ich habe ihn als Kapuzeninneres und für die schmalen Streifen beim Übergang zu den Bündchen verwendet. (Und schon länger her: BronteShirt + Shelly in kurz – so kann ich das ganze Jahr in diesem Stoff leben.)
Das Design kommt somit nochmal zur Geltung, auch wenn ein Frontdruck bzw. eine Stickerei sicherlich den Hoodie „die Krone aufsetzen“ würde. Naja, ich hab weder Stick-maschine noch Plotter.

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An der Kapuze habe ich mit Baumwollspitze in der Farbe des Uni-Sweats gespielt und dazu noch ein kleines Schleifchen angebracht. Mehr „Mädchen“ möchte ich nicht und es reicht auch völlig und ganz, oder?

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Die Fotos sind mal wieder in der Werkstatt meines Mannes entstanden, wo allerlei „altes Zeug“ rumsteht. Es ist immer wieder etwas Besonderes zwischen den antiken und neu verarbeiteten Werkstücken meines Mannes zu fotographieren… Dazu vielleicht ein anders Mal mehr.

Liebe Grüße
Peggy

Stoffe: Swafing-Sweat; Lillestoff-Jersey
Wäschespitze und Schleifchen: Namijda
SM: MALou/ Ki-ba-doo

Das geht mir an/ um den Kragen

… also die Missy, meine ich. „Missy“ von Melians kreatives Stoffchaos – ein Schnittmuster, welches offensichtlich begeistert. Egal ob das bei „Staghorn“ ist, wo es zu nahezu jeder Eigenproduktion gezeigt wird und es JEDESMAL wirklich TOLL ausschaut oder auch bei RUMs.

Ich habe dieses SM auch schon mehrfach verwendet, auch wenn ich nicht ganz hunderprozentig mit der Passform zufrieden bin.

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So ist mir der Kragenausschnitt z.B. etwas zu groß – also für meinen Geschmack. Ich habe ihn deshalb mir etwas angepasst. Ich nehme dabei vorallem in der Rundung am Vorderteil ein paar Zentimeter weg und gleiche es zur Schulter hin an.
Dafür ist es dann jedoch nötig, auch den Kragen anzupassen. Der ist mir in der Ursprungshöhe zu hoch und – wegen des verkleinerten Ausschnittes – auch zu großräumig. Je nach Stoffart ist mir soviel Kragenstoff zu schwer, auch wenn es total lässig aussieht, aber naja…

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Auf dem vorherigen Bild ist noch eine kleine SM-Macke zu sehen. Ich spreche hier vom Armausschnitt bzw. der Armkugel. Diese ist lt. SM vorn und hinten gleich – man legt das SM für den Ärmel also am Stoffbruch an. Ergebnis ist, dass der Ärmel am Rückenteil bei normaler Körperhaltung eine kleine „Wulst“ bildet. Auch hier ist es Stoff-abhängig wie groß-wurstig das ist. Das ist jetzt nicht so dramatisch, aber es ist nun mal ein Passformmängel, der bei meinen Versionen immer wieder auftaucht. Vielleicht bin ich auch nicht normgerecht gebaut? Tja, wer ist das auch schon…

Das ist dann aber auch schon alles, was ich an dem Schnittmuster „zu meckern“ habe und im Grunde ist es das nicht einmal. Es ist eine subjektive – individuelle – Meinung dazu. MEINE.

Meine Missy hier habe ich nicht unterteilt und aus dem wunderbar weichen Sommersweat von alles-fuer-selbermacher mit demgrandiosen raxn-Design „Graziara“ erstellt. Der innere Kragenstoff ist sensationell weicher Jersey/ Interlook von Kissa. Wirklich hervorragende Qualität – 100% Baumwolle!
Die dicke Kordel hatte ich bei meinem Overlock-Kauf in Aschaffenburg mitgenommen – Nähwelt Flach. Schade, dass sie nicht auch online angeboten werden, denn ich benötige bald wieder Nachschub davon.


Das quitschgrüne Kunstleder, welches ich noch vorrätig hatte, habe ich zum „Stürzen“ der Kordelenden und für´s Aufbringen meines Logos verwendet. Das passt perfekt zusammen.

Alles in allem gefällt mir meine Kragenmissy – trotz meiner „Zickereien zum SM“ – wirklich sehr gut – ich trage sie unheimlich gerne.

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Damit wünsche ich euch eine schöne Herbstzeit.

Peggy

Stoffe: alles-fuer-selbermacher/ Raxn; Kissa
SM: Missy von Melians kreatives Stoffchaos

Probenähen und scheinbare Probleme

Als vor einiger Zeit uns Stoff&Liebe-Probenähern das neue Stoffdesign von Rapelli präsentiert wurde, hagelte es bereits an „kreischenden Kommentaren“. Er wirkte selbst übers Internet bereits wunderschön und das Kopfkino kam in Gang.

Eh es dann zur Stoffwunsch-Bestellung kommt, vergehen manchmal noch ein paar Tage und erste Überlegungen zu Probenähstücken reifen. Diese werden aber nicht zwangsläufig gleich mitgeteilt, zumal manche Stoffe erstmal „live und in Farbe“ wirken müssen. Oder aber auch, wenn der Stoff da ist, man schließlich neue Wege bzw. doch etwas anderes daraus macht, als ursprünglich geplant.

Beim „From Tokyo with Love“ erging es mir zumindest so. Zwei Farbvarianten stehen dabei zur Auswahl: grau oder petrol; dazu je einen Hauptstoff „Kirschblütenzweige“ Plus je einen Kombistoff mit winzigen dezenten „Fächern“ drauf.

Es dauerte nicht lang und das erste Design wurde gezeigt. ZACK, eine Toni … die ich so ähnlich auch in meinem Kopf hatte. Da ich noch nicht zugeschnitten hatte, war es mir persönlich wichtig, nicht „noch eine Toni“ zu präsentieren. Ich denke auch aus Kundensicht, macht es mehr Sinn, verschiedene Projekte zu zeigen, um die Vielfältigkeit eines Stoffes darzustellen. Manchmal ist das richtig schwierig – wie auch bei dieser Stoffserie, weil das Motiv eben einfach nach „K L E I D“ schreit!!! Auch ist es so, dass wir Probenäher bei solchen Stoffen für uns selber nähen. Tja und das sind dann nun mal wunderbare, bewährte Schnitte, wie eben die Toni von Milchmonster! Da weiß man, was man hat.

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Okay, also keine Toni von meinem Nähtisch, weil wegen siehe oben! Auf der Suche nach anderen KleidSchnittmustern kamen mir die längst gekauften Onion-Schnitte wieder zu Gesicht. Bewundert bei Joma-Style und noch nie für mich umgesetzt… Das ist die Chance!!!

Und so habe ich mich an Onion 2007 rangesetzt und auch gleich ein bisschen variiert. Entstanden ist ein Shirt mit verspielten Details, die so im SM nicht zu finden sind. Außerdem habe ich das Kleid auf Shirtlänge „gekürzt“, um noch ein bisschen Stoffreserven für weitere Projekte zu haben.

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Die Kombi mit dem Pink-Weißen Pünktchen machte es zusätzlich noch ein bisschen „mädchenhaft“, aber ich mag es .

Aus den „Petrol-Resten“ habe ich dann noch eine Kombi verfasst – erstellt aus „Hummelschn“ Rangafly-SM (das hätte für meinen Geschmack ruhig etwas länger sein können) und meinem SM „Jessy“. Dabei überraschte mich, die Eleganz des Kombistoffes. Ich war zunächst der Meinung, dass er solo zu langweilig wirkt. Aber jetzt – am Rock gesehen – find ich es gar nicht mehr. Im Gegenteil – der Stoff wirkt auf mich unheimlich elegant und wirklich „kombistark“.

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Das Material ist aaalglatt, was wohl mit dem Digitaldruck zusammenhängt. Ich mag es eigentlich wenn es etwas griffiger ist, aber das ist wahrlich Geschmacksache und ein bisschen Kleinlich von mir selbst. Es ist dennoch ein toller Frauenstoff!!!

Aus dem grauen habe ich mal wieder ein „Raglankleid“ von allerlieblichst (oben zu sehen) genäht. Das war überhaupt mein allererster Schnitt für mich. Der Beginn einer Nähleidenschaft sozusagen. Jetzt, wo ich schon einiges ausprobiert habe, würde ich Anfängern immer wieder gerne dazu raten, wobei ich inzwischen von der Passform – an den Ärmeln – nicht mehr ganz soooo tiefst überzeugt bin. Ich werde den Schnitt sehr wahrscheinlich auch immer wieder mal nähen, auch wenn ich inzwischen andere Lieblingsschnitte habe.

Zu guter letzt kommt mein Lieblingsteil aus der Serie. Auch wenn vom Stoff hier am wenigsten zum Einsatz kommt, so mag ich meine „MaLou“ total gerne. Der Schnitt ist so richtig meins: locker, bequem und dennoch so schön weiblich. Ich bekomme immer wieder Komplimente, wenn ich eine Malou trage. Sicherlich auch mit dieser, aber das ist mir nicht das Wichtigste. Ich trag den Sweater einfach total gern – ich fühle mich megawohl darin.

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Und nun noch schnell zu den FAKTEN:

Die neuen Stoffe „From Tokyo with Love“ sind ab Donnerstag, 24.03.2016 bei Stoff&Liebe erhältlich. Maximale Abgabemenge pro Design 2m!!!

Für weitere Probenähfreuden schaut doch bitte bei meinen anderen lieben „Kollegen/innen“ vorbei. Ihr werdet dem Stoff sicherlich auch nur schwer wiederstehen können, oder?

Wunderbare Grüße aus Tokyo Mittelfranken

Peggy

Kanga vs. Pluma

Die meisten Stoffe gibt es in unterschiedlichen Farben… So auch den genialen „Pluma“ (Lillestoff/ Lila-Lotta). Ich weiß nicht warum ich ihn „damals“ in Orange eingekauft habe. Ich glaube, dass ich die Vision eines braun-orangenem Hoodie hatte, der jedoch bisher nur im Kopf sein Dasein lebte. Und so lag der wunderbare Federnstoff im Schubkasten und wartete und wartete …

… eben bis gestern. Als ich den Geistesblitz einer „Kanga“ (farbenmix/ Jolijou) in Türkis mit diesem Stöffchen hatte. Schon vor etlichen (!!!) Wochen hatte ich meiner (Ex-) Schwägerin ihrer Tochter – kurz meine Nichte – ein „Nähstück“ von mir zugesagt. Die Zeit verging und ich hab es immer wieder vergessen. Leider oder vielleicht „zum Glück“, denn so habe ich gestern einen wunderbaren Hoodie zusammengestellt.

Am Samstag treffe ich meine Nichte auf einer Geburtstagsfeier und da werde ich sie damit überraschen (auch wenn sie nicht das Geburtstagskind ist). Und das ist er:

Bild

Die Federn habe ich appliziert – ja, ich hab es gleich mal wieder getan. Bekanntlich wird man/ Frau ja immer besser, je öfter man eine Sache tut. In Fachkreisen spricht man sogar von „üben“…

Ich bin mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden und könnte mir glatt eine „Erwachsenengröße“ genau so vorstellen.

Liebe Grüße

Peggy