Tutorial: Wie verändere ich einen Shirt-Schnitt zu einem Kleid? Teil 1

Im Rahmen einer Probenährunde wurde ich gebeten, ein Tutorial zu einer „Shirt-Verlängerung bis hin zum Kleid“ zu erstellen. Okay, ich geb´mein bestes – ich versuch´s.

Gleich vorweg: es gibt sicherlich noch (viel) mehr Wege um vom Shirt zum Kleid zu gelangen, als die Varianten, die ich hier vorstellen möchte. Ich selbst bin nur Hobby-Schneiderin und habe mir mein Wissen dazu durch Selbst-Erfahrung angeeignet. Der einen oder anderen mag es kompliziert erscheinen und … wie gesagt: das was ich hier darstelle ist EIN Weg – aber es muss nicht zwangsläufig DER Weg sein.

Und damit geht es los…

Situation 1: Du besitzt bereits ein Kleid- oder Rockschnittmuster, welches du an ein anderes Shirt angleichen/ anpassen möchtest? Nichts leichter als das: Leg einfach die SM so in- bzw. auf- oder aneinander, dass sie ein „Kleid“ ergeben. Fertig.

Situation 2: Du hast noch kein Kleid- oder Rockschnittmuster, was dir zusagt bzw. du besitzt eben noch keins. Aber eben das Shirt. Und damit beginnt die Erklärung:

a) weitschwingendes Rockteil/ „Teller-Variante“

Ich habe verwendet:
das Shirt-Schnittmuster, Bleistift (o.ä.), Kordel, Papierschere, langes Lineal, großes Papier – für das „neue Schnittmuster“, Maßband + Taschenrechner

CIMG01641. Zunächst überlege ich mir, wo ich das Rockteil an meinem neuen Kleid beginnen soll. In meinem Beispiel ist das etwa in der Taille. Mit einem kurzen Strich markiere ich mir an der NICHT-Stoffbruchseite diese Stelle. Dann lege ich das SM auf eine gerade Kante meines Papieres. (Ich habe die tatsächliche Papierkante genommen. Das spart „Ausschneidzeit“.)

An der Stelle, wo das Rockteil beginnen soll bzw. wo das Kleid „ausgestellt“ werden soll, zeichne ich den Shirt-Schnittmusterverlauf „andeutungsweise“ (nur wenige Zentimeter) auf.

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2. Nun „stelle“ ich das Rockteil aus. Anhand des Shirt-SM und dessen Seitenlinienverlauf lasse ich eine lange gerade Linie seitlich auslaufen. Je weiter bzw. steiler der Winkel ist, desto „üppiger“ fällt der Rock – um so mehr Stoff werde ich für mein SM benötigen.

3. Als nächstes zeichne ich mir meine gewünschte Länge an. Dabei ist zu beachten: soll es ein Rollsaum werden oder ein „normal“ umgeschlagener Saum? Je nach dem muss ich dafür dann an die entsprechende Nahtzugabe denken. (Beim „normalen“ Saum gebe ich 2 – 3cm dazu.) Die Länge trage ich dann an der Stoffbruchseite an.

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4. Damit das Kleid unten schön fällt, runde ich den Saum immer ab. Du kannst das freihand „abrunden“ oder aber mit Hilfe der Mathematik und somit einen PERFEKTEN weichen Saum erhalten 😉 . Für den letzteren Fall gehe ich wie folgt vor:

Ich messe zunächst am SM die Weite aus, wo ich das Rockteil ansetzen möchte. (Erinnerung: ich möchte mein Shirt ab der Taille „verlängern“.) Da wo ich die Markierung dazu angebracht habe, messe ich nach. Am Beispiel sind das knapp 20cm (am halben SM-Teil!).

CIMG0179

Damit habe ich folgende „Milchmädchen-Rechnung“: gemessene Weite = 20cm

20cm x 2 = 40cm (Diese 40cm entsprechen der halbe Weite des Umfanges, wo der „Rock“ ansetzen soll.)
40cm x ¶ 3,14 = 12,75 (Anmerkung: bei einem Tellerrock wäre das der Radius für den oberen Kreis bzw. für den Bund)
12,73 + gewünschte Rocklänge = Radius für den unteren (Saum-)Radius
–> In meinem Beispiel ist das also: 12,73 + 65cm = 77,73cm ==> rund 78cm

Diesen Betrag trage ich nun von der unteren Kante (Saumkante) seitlich an der Stoffbruchkante ab. Zur weiteren Erklärung nenne ich diesen Punkt/ Kreuz Pkt. A.

CIMG0182

5. Als nächstes „bastle“ ich mir einen „Radius- bzw. Kreiszeichner“. Ich nehme dazu die Kordel und mache auf einer Seite eine Schlaufe. Dort soll dann der Stift zum Anzeichnen des Kreises rein.

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6. Der Stift (in der Schlaufe) wird an der Saumkante angelegt. Den Rest der Kordel wird bis zum markierten Pkt. A (s. 4.) straff gezogen. Dort halte ich einfach mit den Fingern die Kordel auf den Punkt (an der Stoffbruchkante!!!) und zeichne dann – mit straffer Kordel – eine (fasst) Kreislinie bis zu meiner verlängerten Gerade von Beschreibung Nr. 2.

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7. Das ganze noch mit den Linien für Fadenlauf und SB + Angaben zum Schnittmuster versehen, ausschneiden und ggf. an das Shirt-SM befestigen.

—  FERTIG —

Nach dieser Vorgehensweise ist folgendes Kleid entstanden:

CIMG0193

Schnitt: Oberteil = RangaFly von Hummelschn – das bekommst du hier
Ergänzung: „Teller-Variante“ Rockteil + seitlich 2 Bänder eingearbeitet

(Ich muss gestehen, dass ich in der Gesamtlänge noch ca. 10cm abgeschnitten hatte. War mir persönlich doch zu lang. … nur wegen der Glaubhaftigkeit halber…)

Ich wünsche viel Spaß beim Nacharbeiten!

LG – Peggy
(Tellerrock-Variante-Berechnung gesehen/ übertragen von http://www.kleiderkreisel.de/blog/2014/2/8770-wir-nahen-einen-tellerrock)

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Ein Gedanke zu “Tutorial: Wie verändere ich einen Shirt-Schnitt zu einem Kleid? Teil 1

  1. ♥ sooOOO klasse !!! ich muss unbedingt noch eine ♥ RANGAFLY ♥ kleid version nach deinem TUTO haben ♥ quiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiik ♥ LOVE IT ♥ KÜSSKENWELLÖÖöööÖÖÖÖ ♥
    deine jessi ♥

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